Bauchschmeichler, Probenähen und Stammteam

Ach wie schade, dass heute das Wetter doch wieder nicht so frühlingshaft mitspielt ... dabei hätte ich mich doch so gerne draussen in  meinem weiteren Bauchschmeichler gezeigt. 
Na ja, also mache ich das nun hier: 



Wer meinen blog etwas verfolgt, weiss, dass ich beim Probenähen vom "Bauchschmeichler" dabei sein.

Ein tolles Projekt - wie ich finde  - und ich  möchte nicht versäumen, auch hier nochmal zu erwähnen, dass ihr das ebook für diesen Rock hier bekommen könnt: dawanda





Ich finde, ... alle bisher genähten Bauchscheichler, die ich von den Probenäherinnen gesehen habe, sind wirklich alle einzigartig;  jeder Rock ist anders. 
Der eine ist chicker, der andere sportlich aber bequem und figurschemeichelnd  sind sie   alle. 
Katjas Design ist nicht nur vom Namen her "Unikati", sondern auch die Ergebnisse zeigen, dass sich  jeder sein Unikat herstellen kann.







Meinen zweiten Bauchschmeichler habe ich aus einem Baumwolljeansstretch genäht. Ein Freund der kam snaps bin ich nicht unbedingt. So habe ich für meinen Rock    das klassische Knopfloch auf dem breiten Bund genäht.






Dieses Modell entstand in der zweiten Version während des Probenähens - ist also noch nicht die finale Version - was aber auf meinem Gefallen keinen Einfluss hat.



 Zum Thema Probenähen habe ich mich vor einiger Zeit hier in einem bereits geschriebenen posting schon mal geäussert. Das Probenähen bei "Unikati - Jede Naht ein Unikat" war ein aus meiner Sicht absolut gelungenes Probenähen. 


Es wurde so lange getüftelt, bis wir aus dem Team zufrieden waren. Auch wenn es vielleicht etwas länger bis zur Veröffentlichung gedauert hat, ist es doch am Ende besser, sich diese Zeit zu nehmen und dann für möglichst alle das beste Ergebnis zu erzielen.

Jegliche Änderungswünsche wurden berücksichtigt, Wissen von anderen Näherinnen wurde erfragt, mit eingebracht und auch umgesetzt. 

Wenn ich beim Probenähen dabei bin, dann ist mir klar, dass die erste Version oft nicht die ist, die am Ende veröffentlicht wird. Auch wenn ich das natürlich lieber so hätte, denn es wird ja je nach Projekt auch immer eine Menge Stoff dabei vernäht. Mir ist klar, dass das Erstergebnis oft noch Veränderungen mit sich bringt. Dennoch muss ich aber sagen, dass ich noch nie etwas genäht habe, was ich anschliessend nicht getragen haben bzw. nicht gut fand.
Es wird immer darauf hin gewiesen, dass man die erste Version möglichst aus günstigem Stoff nähen soll. Es machen die wenigstens und zugegeben mach ich das auch nicht. Aber liebe Probenäherinnen ... es liegt an uns, welchen Stoff wir vernähen und wir sollten niemals sauer sein, wenn die Erstversion dann doch nicht das gewünschte Ergebnis mit sich bringt!

Und auch beim Probenähen des Bauchschmeichlers habe ich von Anfang an, mit meinen Stoffen aus dem Vorrat gearbeitet und es nicht bereut.
Drei Bauchschmeichler sind im Probenähraum entstanden und vielleicht erkennt man an den folgenden Bildern die Veränderung und Entwicklung des Schnittes: 



1. Version







  2. Version


                                                          3. und finale Version           

Jetzt ist wieder ein tolles Probenähen zu Ende und oft ist es so, dass ich als Probenäherin traurig über ein Ende bin. Hat man doch nette Kontakte zu anderen Näherinnen geschlossen, gelacht, gemeinsam Zeit verbracht, gemeinsam mitgefiebert, wie der Schnitt ankommt und vieles mehr. 
Probenähen bedeutet für mich tatsächlich,  mit Herz und Seele dabei zu sein.

Das Non plus Ultra ist es dann, wenn aus der Probenähgruppe sich ein Stammteam entwickelt oder man ins Stammteam reinrutscht. Es ist eine wahnsinnige Anerkennung - sicherlich für jede Probenäherin - wenn einem dieser Schritt ermöglicht wird.




Als Probenäherin in einem Stammteam zu sein, bedeutet für mich, dass ich mich noch mehr in die Gruppe einbringe, als vielleicht bisher. Das heißt für mich nicht zwingend, dass ich mit einer Vielzahl von genähten Kleidungsstücken auftrumpfen muss. Als Unterstützung sehe ich es auch, wenn Wissen, was sich jeder im Laufe der Zeit/ Jahre angeeignet hat, anderen mitgeteilt wird, sowie Tricks und Tipps, wie man etwas leichter machen kann oder auch etwas verändern kann, nicht zurückhält.
Aktiv zu sein und mit Engagement zu nähen, ist für mich dann eine Selbstverständlichkeit. Auch das Promoten des Schnittes sehe ich dann als meine Aufgabe.

Traurig und auch enttäuscht werde ich dann, wenn auf einmal ein ursprüngliches Team einfach aufgelöst wird - ohne mit den einzelnen Mitgliedern zu sprechen, ohne Angaben von Gründen. 

Das trifft auf keinen Fall auf die Gruppe aus dem Probenähteam für den Bauchschmeichler zu !!!!  Katja von "Unikati - Jede Naht ein Unikat" spricht wirklich alles ab und fragt immer wieder, was wir von evtl. Schnittänderungen halten!

Nein - es ist vom Designer keine Pflicht und er darf definitiv selber entscheiden, ob er überhaupt ein Stammteam haben möchte, wer dabei ist und wer nicht. Es bedarf keinerlei Rechenschaft über seine Entscheidung.

Doch übertrage ich diese doch auch "freiwillige" Unterstützung einer Näherin auf den Arbeitsbereich, so habe ich an eine Führungskraft - in dem Fall an den Designer - doch auch eine gewisse, ich sag mal Erwartung (auch wenn ich ungerne von Erwartungen spreche, denn eigentlich sollte man diese gar nicht haben). Im Arbeitsleben wird erst dann eine Abteilung oder ein Team geschlossen, wenn mit den einzelnen Teammitgliedern oder aber mit der Gruppe gesprochen wurde.  Eine Führungskraft zeichnet sich doch auch dadurch aus, wie der Umgang mit dem Team ist und nicht nur dadurch, sich Fachwissen der Leute zu nehmen und anderen dann Ergebnisse erfolgreich zu präsentieren.
Motivation sieht da anders aus. 
Den Ehrgeiz einer Führungskraft kann ich selbst aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Aber es sollte niemals unberücksichtigt bleiben, dass man nur dann eine gute Führungskraft ist, wenn man ein starkes Team hinter sich hat und mit diesem auch offen und ehrlich umgeht. Katja von "Unikati - Jede Naht ein Unikat"  hat als Designerin diese Fähigkeit beim Probenähen eindeutig gegenüber ihren Näherinnen gezeigt.

Ich musste das einfach hier mal aufschreiben, da ich versuche meine Einstellung immer klar darzulegen - auch unter Berücksichtigung von beiden Seiten. 

Das Nähen ist ein tolles gemeinsames Hobby und das sich niemand durch Missverständnisse nehmen lassen soll. Auch wenn es eher virtuell zugeht, gehört für mich dennoch eine gewisse Umgangsart und -fähigkeit mit Menschen dazu. 






Da ich den heutigen Eintrag mit den Nähergebnissen aus dem Probenähen von Katja (Unikati - jede Naht ein Unikat) begonnen habe, ist mir ganz wichtig klar darzulegen, dass Katja ein Mensch ist, der die Eigenschaften einer Führungskraft für ein Team hat ... sie hört zu, ist absolut kritikfähig und versucht es ihren Näherinnen Recht zu machen, bzw. das Umzusetzen, was geändert werden soll. Hier macht Unterstützung einfach Spass, wenn man sieht, wie ein ganzes Team wirklich gemeinsam bis zum Ergebnis gearbeitet hat. Ich wünsche mir, noch ganz viele gemeinsame Projekte mit ihr erarbeiten zu können. 




Kommentare

liz Klowersa hat gesagt…
Das hast du sehr gut geschrieben ☺ und deine Röckchen sehen toll aus 👍
liz Klowersa hat gesagt…
Das hast du sehr gut geschrieben ☺ und deine Röckchen sehen toll aus 👍